RSS-Feed der Nachrichten von rfe und eh|

Freitag, 24. Januar 2020

03.01.2020

Künstliche Intelligenz in Consumer & Home Electronics

Eine aktuelle, repräsentative Studie der gfu, durchgeführt 2019 unter Befragung von 2.000 Haushalten in Deutschland, zeigte, dass eine deutliche Mehrheit von 71 Prozent der Künstlichen Intelligenz grundsätzlich eher skeptisch gegenübersteht.

(Bild: gfu)

Zwar werden dabei auch Vorteile gesehen – so sind 58 Prozent der Befragten der Meinung, dass KI den Arbeitsalltag erleichtern wird, während nur 17 Prozent nicht an eine Erleichterung glauben und 25 Prozent noch unentschlossen sind – die Befürchtungen überwiegen aber noch. So gibt es auf die Arbeitswelt bezogen bei 64 Prozent der Befragten auch die Erwartung, dass ein zunehmender Einsatz von KI zum Abbau von Arbeitsplätzen führen wird.

Fragt man die Skeptiker, warum sie der KI eher negativ gegenüberstehen, so gibt es drei Hauptargumente für die Ablehnung:

  • 60 Prozent sagen, dass sie ihre persönlichen Daten und Verhaltensmuster nicht preisgeben wollen
  • 59 Prozent sagen, dass sie die Technologie für noch nicht ausgereift halten und
  • 56 Prozent befürchten, dass KI-Technologie sie kontrollieren wird.

Im Gegensatz zu den Studienergebnissen zeigte sich auf der IFA 2019 aber auch, wie umfangreich KI in den Produkten der Consumer und Home Electronics Branche bereits Einzug gehalten hat. Dass der Komplex der Künstlichen Intelligenz bei den Deutschen dennoch eher negativ als positiv besetzt ist, dürfte unter anderem auch daran liegen, dass manche KI-Anwendungen gar nicht bekannt sind – oftmals laufen sie unentdeckt im Hintergrund ab.

In vielen Fällen ist KI im täglichen Umgang mit Consumer und Home Electronics Produkten bereits im Einsatz, ohne dass dem Nutzer immer klar ist, dass hier hochintelligente Technologie im Hintergrund werkelt. Wer beispielsweise mit einem aktuellen Smartphone der Oberklasse fotografiert, verdankt einen großen Teil der exzellenten Fotoqualität, dass auf Basis von vielen Tausend Referenzbildern automatisch die optimalen Einstellungen für das aktuelle Motiv und die Lichtverhältnisse gewählt werden. Ohne dem Nutzer zu nahe treten zu wollen, ist es immer häufiger die künstliche und nicht die menschliche Intelligenz, die für optimale Bildeinstellungen und damit für herausragende Fotos sorgt.

Nicht viel anders läuft es auch beim TV-Gerät. Die Bildschirme werden immer größer, parallel dazu steigt die Anzahl der Bildpunkte. 4K-TVs – mit im Vergleich zu HDTV vierfacher Pixelzahl – und seit einigen Monaten auch 8K-Bildschirme werden immer populärer. Was fehlt, ist das geeignete Programmmaterial. Klassisches TV-Programm wird bestenfalls in HD ausgestrahlt, 4K- oder gar 8K-Material hat noch Exotenstatus. Daher verwenden die TV-Hersteller das sogenannte Upscaling. Die ursprünglichen rund zwei Millionen Bildpunkte werden auf die acht Millionen für 4K (oder 32 Millionen für 8K) notwendigen hochgerechnet.

In der Vergangenheit gab es dafür feste Algorithmen, doch auch hier kommt immer mehr KI zum Einsatz. Die Technologie vergleicht das aktuelle Bild mit Millionen von Referenzmustern und wählt die zur jeweiligen Szene passende Rechenformel. Dabei ruht sich die KI-Technologie nicht auf dem Erreichten aus: sie lernt ständig dazu und nähert sich so kontinuierlich dem Optimum. Das Ergebnis sind extrem detailreiche Bilder, bei denen nur sehr geübte Augen die Chance haben zu erkennen, ob es sich um ein originäres oder errechnetes 4K- oder 8K-Bild handelt.

Und nicht nur das Bild wird kontinuierlich analysiert. In immer mehr TVs und auch Audio-Receivern kommt KI zum Einsatz, um beispielsweise Dialog- und Surround-Wiedergabe zu verbessern. Beim TV wiederum kann KI dazu beitragen, aus dem stetig wachsenden Programmangebot die persönlich passenden Inhalte herauszufinden. Vorausgesetzt, der Fernseher erhält die Erlaubnis dazuzulernen.

Anzeige